Der Name der Stadt Lazdijai leitet sich vom Fluss Lazdija ab, an dessen Ufern sie gegründet wurde. Man geht davon aus, dass die Region bereits vor 4.000 bis 6.000 Jahren besiedelt war. Seit jeher siedelte hier ein baltischer Stamm, die Jotvinger, die mit den Litauern und Preußen verwandt waren. Die Jotvinger betrieben Ackerbau, Fischfang und Jagd. Davon zeugen die Namen von Gebieten, Flüssen und Seen. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurden sie vom Deutschen Orden besiegt und ausgerottet. Unter Großfürst Sigismund August von Litauen wurde 1560 ein Grundstück nahe der Lazdija für die Stadtgründung bereitgestellt. Lazdijai entstand an der Kreuzung dreier Straßen und dehnte sich später von dort gleichmäßig in alle Richtungen aus. Die erste Holzkirche wurde errichtet, in der auch eine Schule ihren Betrieb aufnahm.
Am 17. Mai 1597 verlieh König Sigismund Wasa Lazdijai die Magdeburger Stadtrechte sowie Markt- und Handelsprivilegien – dieses Datum gilt als Gründungsdatum von Lazdijai. Die Urkunde, mit der Lazdijai die Stadtrechte verliehen wurden, enthält auch das Stadtsiegel – ein Wappen mit einem Elch und drei Schlüsseln auf rotem Grund. 1895 wurde die zweitürmige, pseudobasilische St.-Annen-Kirche (Architekt: E. Lipskis) erbaut. Der Pfarrer, Dekan, Historiker und Lokalhistoriker Vaclovas Strimaitis (1905–1982) ist auf dem Kirchhof begraben. Der Rūpintojėlis und eine hölzerne Kapellensäule, die 1987 anlässlich des 600. Jahrestages der Taufe Litauens errichtet wurden, befinden sich ebenfalls auf dem Kirchhof.
Von 1919 bis 1941 war Lazdijai das Zentrum des Kreises Sejniai. 1920 wurde in Lazdijai das Sejniai-„Žiburis“-Gymnasium unter der Leitung des Pädagogen, Dichters, Sprachwissenschaftlers und Priesters Motiejus Gustaitis gegründet. Das Unabhängigkeitsdenkmal wurde 1938 auf dem Unabhängigkeitsplatz errichtet (und 1990 restauriert). Vor dem Zweiten Weltkrieg standen dort zwei große Backsteinsynagogen nebeneinander, die am 22. Juni 1941 durch Luftangriffe schwer beschädigt wurden. In den 1950er Jahren wurden die Gebäude wiederaufgebaut und zu einem einzigen Gebäude zusammengelegt, das ein Kulturzentrum und eine öffentliche Bibliothek beherbergte. Heute trägt das Gebäude den Namen Kulturzentrum Lazdijai.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 60 Prozent der Gebäude in Lazdijai zerstört. Besonders betroffen war das Zentrum. Während der Nazi-Besatzung wurden am 3. November 1941 in Katkiškės bei Lazdijai 1.535 Juden aus der Stadt und der Umgebung ermordet. Seit 1950 ist Lazdijai das Bezirkszentrum; es wurden ein Wohnblock, ein Kaufhaus und ein Café errichtet. Später kamen das Krankenhaus, ein Gesundheitszentrum, ein Pflegeheim, eine Wetterstation, das Bezirksgericht und die Polizeiwache hinzu. Seit der Unabhängigkeitserklärung Litauens hat sich Lazdijai zu einer wichtigen Grenzstadt – dem ersten Tor nach Europa – entwickelt.
1994 wurde das Wappen restauriert und ist seither wieder Symbol nicht nur der Stadt, sondern des gesamten Landkreises, dessen Verwaltungssitz Łaždiči ist. 1995 wurden das Regionalmuseum Łaždiči und seine Abteilungen gegründet. Am 11. März 2017 wurde in Łaždiči auf dem nach ihm benannten Platz im Stadtzentrum, vor der St.-Annen-Kirche, ein Denkmal für Adolfas Ramanauskas-Vanagas enthüllt. Das Denkmal wurde vom Bildhauer Jonas Jagėla geschaffen.
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Informationen von der Seite der Bezirksgemeinde Lazdijai

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